20 Jahre TTS – Interview mit Daniel Niederhauser

Im spannenden Interview verrät Ihnen Daniel Niederhauser, wie das aufstrebende Unternehmen TTS gegründet wurde oder welche Zukunftsthemen für Speditionsunternehmen und deren Kunden von grösster Relevanz sind.

Wie entstand das erfolgreiche Unternehmen TTS  in Buchs?

Wie vieles im Leben ist auch dies einem glücklichen Zufall zu verdanken. Vor rund 21 Jahren wurde die Firma meines damaligen Arbeitgebers veräussert. Dies gab mir die Gelegenheit mich neu zu orientieren. Ursprünglich war der Gedanke, mich bei einer Produktionsfirma in der Logistik zu bewerben. 

Die TransInvest-Gruppe war damals bereits mit ihren Firmen im Bahnbereich in Osteuropa und Zentralasien angesehen. Für Westeuropa fehlte ein passendes Pendant. So kam es zur Anfrage, ob wir nicht gemeinsam mit einer Firma der Gruppe diese Lücke füllen möchten. Nach einigem Überlegen habe ich dann zugesagt und so wurde die TTS in Buchs ins Leben gerufen. Es war die richtige Entscheidung.

Daniel Niederhauser, Geschäftsführer TTS

Daniel hat die Lehre zum Speditionskaufmann absolviert und fortlaufend sein Wissen in die Praxis umgesetzt. Seit 1999 führt er erfolgreich die TTS AG. Zudem durfte er in seiner Laufbahn bereits längere Auslandsaufenthalte in Belgien, Griechenland, Ungarn und Österreich machen. Auch genoss er schon privat die Besuche in Australien und Frankreich.

Wie haben sich die Aufträge in den letzten Jahren verändert?

Die rasanten Veränderungen der heutigen Zeit sind auch in der Logistik ständige Begleiter.  Dem Einzelwagenladungsverkehr – unserer Basis seit 20 Jahren – stehen immer mehr europäische Bahnen skeptisch gegenüber. Das Angebot und die Mengen werden reduziert, die Frachtpreise erhöht und so die Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt. Vor allem als Schweizer Unternehmen tragen wir eine hohe Standortsmiete und die Lohnkosten in Schweizer Franken. Die Umsätze bei Transporten sind in Euro oder USD. So ist eine optimale  Kontrolle der Kostenrechnung wichtig. Dies gilt besonders auch bei Kursschwankungen.

Die Digitalisierung ist bei der Bahn wie bei uns ein fortwährendes Thema. Die Neuerungen im digitalen Bereich erleichtern unsere Arbeitsabläufe enorm. Beispielsweise werden die Frachtpapiere nun rasch erstellt und übermittelt – alles elektronisch. An die Schreibmaschine ist nicht mehr zu denken, wie ich es früher kannte. Wenn es damals einen Fehler auf dem Dokument gab, ging das Spiel von vorne los. Heute genügen ein paar Knopfdrücke.

Was macht TTS besonders?

Die TTS bietet den Kunden seit 20 Jahren nachhaltige Lösungen im Schienenverkehr an. Anhand eines Beispiels: Das Berner Oberland zeichnet die vielen, schönen kleineren Dörfer aus. Für einen Kunden in dieser Region durften wir jährlich ca. 500 Ladungen per Bahn Richtung Russland transportieren. Dies entlastet nicht nur die Umwelt in der Region, sondern reduziert auch die Anzahl Staus auf den Strassen und Autobahnen. Der Klimawandel ist nach wie vor ein aktuelles Thema und das Bewusstsein für nachhaltige Transportlösungen wird immer grösser. Doch sehen wir anhand der Zahlen, dass die Bahnspediteure immer weniger werden und noch nicht alle Kunden bereit sind, den Klimawandel zu unterstützen. Genau hier setzen wir als TTS an und fördern die nachhaltige Transportlösung. Wir freuen uns, wenn wir einen Kunden von einem umweltfreundlichen und effizienten Ergebnis überzeugen können.

Was war für dich ein spezielles Highlight?

Etwas ganz Besonderes war bestimmt der Auftrag für die Olympiade in Griechenland im Jahr 2004. Wir durften damals für einen Kunden Spezialtransporte von mehreren Gelenktriebwagen (GTW) aus der Schweiz nach Griechenland organisieren. Diese haben Wettkämpfer und Zuschauer zwischen dem Flughafen und den olympischen Stätten hin- und her- befördert. Die (sehr) knapp bemessene Lieferfrist und die vielen zu bewältigenden Anforderungen machten diesen Auftrag sehr speziell. Es gab damals mehrere Fahrzeug-Produzenten, die GTW nach Athen gebracht hatten. Diejenigen unseres Kunden waren die Einzigen, die rechtzeitig eingetroffen sind und auch funktioniert haben.

Welche Zukunftsthemen sind für Speditionsunternehmen und deren Kunden von grösster Relevanz?

Grosse Chancen hat sicherlich der Warenaustausch mit Eurasien. Vor einigen Jahren wurde die Seidenstrasse auch bahntechnisch wieder belebt. Es werden heute pro Woche mehrere Ganzzüge von und nach China per Bahn realisiert. Unsere Firmengruppe bietet die Zugverbindung ab Yiwu auf der Seidenstrasse an. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Webseite: ChinaExpressDraGo

Damit  erlebt der Schienenverkehr auch in Zentraleuropa einen Aufschwung. Davon können wir für unsere Kunden profitieren und die Abwicklung in Europa per Bahn koordinieren.

Vielen Dank für den interessanten Einblick!

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